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Stimmungs-Workouts: Körper und Seele in Form bringen

Sport kann noch viel mehr, als starke Muskeln zu produzieren. Wer regelmäßig trainiert, den wirft auch psychisch nichts mehr so leicht um. In der Mai-Ausgabe präsentieren wir Workouts für einen schnellen Stimmungskick und beruhigende Sportarten für mehr Gelassenheit.

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Fotos: Les Mills Grit, Boom Cycle, AquaPhysical, Blackroll

Nach einem anstrengenden Tag ist der Gedanke, sich einfach auf die Couch fallen zu lassen, besonders verlockend. Warum man der Versuchung widerstehen sollte, ist leicht erklärt: In stressigen Situationen werden Hormone wie Cortisol oder Adrenalin ausgeschüttet. Da wir uns im Alltag meist zu wenig bewegen, kann der Körper sie nicht so schnell abbauen. Darunter leidet auf Dauer die Psyche. Sich abends auf der Couch zu entspannen, empfindet das Gehirn zwar kurzfristig als Belohnung, doch richtiges Abschalten und Entspannen fallen dabei schwer. Wer sich hingegen trotz eines hektischen Alltags noch aufrafft und ein kurzes Workout absolviert, schüttet Glückshormone aus und lässt Stress und schlechte Laune hinter sich.

 

Zufriedenheit tanken

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Foto: Mikail Mcverry via unsplash

Forscher der Universitäten Boston, Harvard und Houston fanden heraus, dass beim Yoga besonders viel Gamma-Aminobuttersäure freigesetzt wird. Sie hilft dem Körper dabei, Ängste zu reduzieren und das Wohlbefinden zu steigern. Yoga schlägt hier sogar andere beliebte Sportarten wie Wandern oder Laufen. Bestimmten Asanas wird dabei ein besonders aufheiternder Effekt zugesprochen. Zum Beispiel dem Fisch, denn diese Position öffnet das Herz und löst emotionale Spannungen. Der Kopfstand gehört zwar zu den anspruchsvollen Yoga-Positionen, dafür unterstützt er den ganzen Körper und die Psyche – die Ausführung fördert nämlich Konzentration und Selbstvertrauen.

Zur Mitte finden

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Foto: AquaPhysical

Beim Float Fit schwebt man mit einer aufblasbaren Matte sanft auf dem Wasser und führt stehend oder sitzend Übungen aus. Die Trainingsintensität reicht von sanften Yoga-Figuren oder Pilates bis zu HIIT- Workouts. Wegen der unstabilen Oberfläche sind die Boards ganz schön wackelig. Allein aufzusteigen (und sich zu halten), erfordert besonders am Anfang Kraft, einen guten Gleichgewichtssinn und volle Konzentration.
So bleibt während des Trainings gar keine Zeit für negative Gedanken. Geturnt wird im Schwimmbecken oder am See. Bei konstanten Wiederholungen zeigen sich schnell Fortschritte, denn um in Balance zu bleiben, wird der Körper genötigt, auch die kleinsten Muskeln zu aktivieren.

Shake it off

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Foto: Boom Cycle

Club-Feeling mit Diskokugel und LED-Beleuchtung, mitreißende Musik und ein schweißtreibendes Tanz-Workout auf dem Rad: Dance Cycling sorgt für ein Feuerwerk an Serotonin.
Den Trainer mit der passenden Lieblingsmusik kann man sich in vielen Studios direkt über deren Spotify-Playlist aussuchen. Die Auswahl reicht von Deep House, Elektro, Hip-Hop und Pop bis zu den Hits der 80er und 90er. Eine Einheit dauert 60 Minuten, dabei absolvieren die Teilnehmerinnen einen Mix aus intensivem Cardio, Kraftübungen und einer Choreografie. Das kurze Stretching zum Abschluss beugt nicht nur Muskelkater vor, sondern hilft auch gegen Verspannungen im Schulterbereich.

DEN BLUES WEGSCHWITZEN

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Foto: Les Mills Grit

Forscher der finnischen Universität Turku haben herausgefunden, dass bei anstrengenden Sportarten besonders viele Endorphine freigesetzt werden. Das Strength-Programm von Les Mills Grit ist ein 30-minütiges, hochintensives Intervalltraining mit mitreißender Musik, bei dem schlanke Muskeln aufgebaut werden. Dazu wird mit Langhanteln, Gewichtscheiben und dem eigenen Körpergewicht gearbeitet. Ein Tabata-Intervalltraining dauert hingegen nur 4 Minuten, in denen man acht Runden lang zwischen 20 Sekunden Belastungstraining bei mindestens 75 Prozent der Herzfrequenz (zum Beispiel Burpees oder Lunges) und 10 Sekunden Ruhezeit abwechselt. Schon während dieser kurzen Zeit verbrennt man genauso viele Kalorien wie bei einem lockeren Cardiotraining von 20 Minuten.

VON INNEN ERNEUERN

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Foto: Blackroll

Dauerhafter Stress, zu wenig Bewegung und ungünstige Belastungen verkleben die Faszien. Als faseriges Gewebenetz durchziehen sie den gesamten Organismus und umhüllen Muskeln, Organe und Knochen.
Ein verklebtes Bindegewebe führt zu Verspannungen, was bekannterweise nicht gerade Glücksgefühle auslöst. Daher profitieren sowohl routinierte Sportler als auch Anfänger von einem Faszientraining als Ergänzung zum normalen Workout. Eine Faszienrolle oder ein spezieller Ball massieren und lockern das Gewebe. Da dies oft sehr verhärtet ist, empfinden viele den Vorgang am Anfang als schmerzhaft.
Daher sollte man sich langsam herantasten und erst dann die Intensität steigern. Spezielle Sprungübungen und Dehnbewegungen lockern zusätzlich und straffen das Bindegewebe nachhaltig.

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Blackroll / Foto: Sebastian Schöffel
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12.05.2020