Noch bis zum 4. April öffnet die Ausstellung „Jeweller to Emperor and Crown“ im Schloss Gödöllő nahe Budapest einen Einblick in die Archive von A. E. Köchert. Sie lädt ein auf eine Zeitreise durch die 200-jährige Geschichte des Hauses Köchert: Ein einzigartiges Erlebnis für alle, die von der Brillanz edler Juwelen fasziniert sind.
Text: Jessica Haberl / Fotos: © A. E. Köchert, Museum Schloss Gödöllő
Ausstellungstipp: Eine Zeitreise mit Juweliere A. E. Köchert im Schloss Gödöllö
Der Schauplatz der temporären Ausstellung ist ein ganz besonderer: Das Schloss Gödöllő diente der Kaiserin Elisabeth von Österreich – Sisi – als Lieblingsort und Hideaway. Über 500 mal war sie hier zu Besuch, der Kaiser Franz Joseph I. Jedoch nur fünf mal. Zwar war das Schloss ungarisches Staatseigentum, die Habsburger durften hier aber ihre Sommer verbringen. Dieser historisch bedeutende Standort ist eine passende Stätte, um in die Archive der Juweliere A. E. Köchert einzutauchen.
Die Geschichte von Juweliere A. E. Köchert
1814 öffnete der Franzose Emmanuel Pioté eine Goldschmiedewerkstätte in Wien, zur Zeit des Wiener Kongress. Anfänglich fertigte er feinen Emailleschmuck an. Erst als der aus Riga stammende Jakob Heinrich Köchert sich bei Pioté bewirbt, der in St Petersburg die Kunst der Pavéfassung erlernt hat, können auch Juwelen und Diamanten eingearbeitet werden. Köchert heiratet Piotés Schwägerin und wird Partner im aufstrebenden Goldschmiedebetrieb. Schon bald steigen die Juweliere bis zur kaiserlichen Auftragsgabe auf. Sie fertigen für adelige Kunden Geschenke wie Schmuck, Schwerter, Krönungsaccessoires, Ciborium und Orden an. Ab 1831 dürfen sich Pioté und Köchert mit dem begehrten Ehrentitel „Kaiserlich Königlicher Hofjuwelier“ schmücken. 1844 tritt Alexander Emanuel Köchert tritt in die Firma ein, der Sohn von Jakob Heinrich Köchert. Von nun an wird jedes Schmuckstück mit den Initialen AEK punziert. 1849 wird er von Kaiser Franz Joseph zu seinem Kaiserlich Königlichen Hof- und Kammerjuwelier ernannt, ab 1870 erhält er das Privileg der Betreuung der kaiserlichen Schatzkammer. Die Firma wird von Generation zu Generation innerhalb der Köchert Familie weitergegeben und entwickelt sich dementsprechend mit dem Zeitgeist immer weiter – und trägt bis heute die tiefgreifende Relevanz und das historische Fundament aus dem 19. Jahrhundert nun in der sechsten Generation in die moderne Zeit.
Das funkelnde Archiv von A. E. Köchert
Kuratiert wurde die Exposition von Beatrice Austerlitz, die das Archiv des Hauses Köchert betreut. Unterstützt wurde sie von Dr. Papházi János, Leiter der Museumsabteilung des Königlichen Schlosses Gödöllő. Im Rahmen der Ausstellung werden hier prachtvollen Diademe und Colliers sowie diamantbesetzte Orden und Ringe aus dem Besitz renommierter Persönlichkeiten wie Kaiserin Marie-Louise von Frankreich, Kaiserin Elisabeth, Erzherzogin Marie Valerie, Kaiser Karl, Otto von Bismarck oder Katharina Schratt präsentiert. Vervollständigt wird die Sammlung von Schmuckentwurfszeichnungen aus dem Archiv des Hauses Köchert, die damals als Medium zwischen Juwelier und Kunden genutzt wurden, um Schmuckstücke einzukaufen. So erhält man auch beispielsweise Einblick in jene Kostbarkeiten aus der berühmten Vitrine 13, die nach dem Zusammenbruch der Monarchie als verschollen gelten.
Highlights der Ausstellung
Ein Höhepunkt der Ausstellung ist die Wiederentdeckung einer Devant-de-corsage von Kaiserin Elisabeth, die über viele Jahrzehnte unauffindbar blieb und nun, nach eingehenden Recherchen und der Wiederentdeckung eines Familienschatzes, erstmals wieder gezeigt wird: Eeine prachtvolle Brosche im Stil der Neorenaissance, entworfen von Theophil von Hansen.





