Storys

Emotions of the Sun: Veuve Clicquot x Magnum Photos

Unter dem Titel „Emotions of the Sun” präsentieren das Champagnerhaus Veuve Clicquot und die renommierte Fotografenagentur Magnum Photos eine Wanderausstellung, bei der die Sonne das zentrale Thema darstellt. Nach dem Auftakt zur Mailänder Designwoche im April 2024, den wir mit flair Fashion & H.O.M.E. begeleitet haben, ist die nächste Station nun vom 17.-23. Juni 2024.in New York. Wir stellen das Projekt vor und haben dazu mit Nanna Heitmann gesprochen, deren dramatische Serie die Verschmelzung der Elemente zeigt und die Sonne als Quelle allen Lebens würdigt,

Fotos: Veuve Clicquot, Vlad Molodeez, Nanna Heitmann

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Bild: Veuve Clicquot

Sein 250-jähriges Bestehen feierte das Champagnerhaus Veuve Clicquot mit der Ausstellung „Solaire Culture“. Der Name bezieht sich dabei auf den strahlenden Geist, der hinter der Marke steckt und der eine Hommage an den Optimismus von Madame Clicquot ist, die einst aus einem kleinen Weingeschäft ein prickelndes Imperium schuf.
 
Nachdem die „Solaire Culture” Ausstellung bereits in den Jahren 2022 und 2023 in Tokio, Los Angeles und London ihre Präsenz zeigte, findet das kulturelle Engagement von Veuve Clicquot in diesem Jahr Ausdruck durch die Zusammenarbeit mit der weltweit  renommierten Agentur Magnum Photos. Diese wurde 1947 von den Fotografen Robert Capa und Henri Cartier-Bresson gegründet.


Unter dem Titel „Emotions of the Sun” zeigen acht Magnum-Fotografinnen und -Fotografen ihre individuellen Interpretationen zum Thema Sonne. Fotografie ist die harmonische Verbindung zwischen einem Künstler und dem Licht –  besonders dem Sonnenlicht, der Quelle unerschöpflicher Inspiration und das grundlegende Element für jeden Fotografen. Im Fokus stehen die Emotionen, die die Sonne in ihnen weckt. Steve McCurry, Alex Webb, Trent Parke, Olivia Arthur, Lindokuhle Sobekwa, Cristina de Middel, Nanna Heitmann und Newsha Tavakolian fingen gleichzeitig auf fünf Kontinenten in acht verschiedenen Ländern unvergessliche Momente ein.

Diese einzigartigen Augenblicke sind in 40 beeindruckenden Fotografien festgehalten - die Veranschaulichung der Sonne in einem außergewöhnlichen Spektrum von Emotionen, Formen und Farben.

Wir haben mit Nanna Heitmann zum Entstehungsprozess ihrer Arbeiten und der Idee dahinter gesprochen.

 

 

  • Blick in die Ausstellung / Foto: Veuve Clicquot Blick in die Ausstellung / Foto: Veuve Clicquot
  • Blick in die Ausstellung / Foto: Veuve Clicquot Blick in die Ausstellung / Foto: Veuve Clicquot
  • Blick in die Ausstellung / Foto: Veuve Clicquot Blick in die Ausstellung / Foto: Veuve Clicquot
  • Blick in die Ausstellung / Foto: Veuve Clicquot Blick in die Ausstellung / Foto: Veuve Clicquot
  • Blick in die Ausstellung / Foto: Veuve Clicquot Blick in die Ausstellung / Foto: Veuve Clicquot
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The Sun That Binds Us von Nanna Heitmann

Interview mit Nanna Heitmann

Nanna Heitmann wurde 1994 in Ulm geboren und lebt aktuell in Moskau. Zu ihren fotografischen Dokumentationen zählen u.a. die Auswirkungen des Klimawandels („As Frozen Lands Burns” über katastrophale Waldbrände und schmelzenden Permafrost in Sibirien oder „Beneath the Trees” über die Torfgebiete des Kongobeckens, die als größter Kohlenstoffspeicher der Welt dienen). Ihr visueller Journalismus wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Olivier Rebbot Award und ein World Press Photo Award. 2019 wurde sie bei Magnum Photos erst als Nominee und als volles Mitglied schließlich im Jahr 2023 aufgenommen.

Für die Ausstellung „Emotions of the Sun” entschied sie sich dafür, die unwirkliche Wüste der Bardenas Reales in Spanien zu fotografieren. Mit einem Stück orangefarbenem Stoff symbolisierte sie die warmen Sonnenstrahlen, die uns miteinander verbinden und Energie und Leben spenden. Ihre Serie vermittelt ein Gefühl von Ruhe und Ehrfurcht und lädt den Betrachter ein, in die Schönheit der Natur einzutauchen und inmitten des turbulenten alltäglichen Lebens Momente der Stille zu finden.

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Nanna Heitmann / Foto: Vlad Molodeez

Nanna Heitmann, wo sind Ihre Fotos, die in der Ausstellung „Emotions of the Sun” zu sehen sind, entstanden?
Meine ganzen Bilder der Ausstellung sind in Spanien entstanden. Ich kenne dort die Bardenas Reales, das ist eine Wüste östlich in Spanien, in der Nähe von Saragossa. Dort, das habe ich anfangs so auch nicht erwartet, gibt es diese wirklich surreale Landschaft, die ich als Hintergrund für die Fotos benutzt habe, um ganz verschiedene Sachen auszuprobieren. Mein TEam und ich haben diese langen Textilien benutzt, die quasi die Sonne symbolisieren und haben mit den Formenspiel der Sonne gearbeitet.

Das Thema der Ausstellung wurde ja vorgegeben. Wie hat sich daraus dann die eher mode- bzw. textilbezogene Richtung entwickelt, die wir hier sehen?
Fashion-Fotos waren am Anfang eigentlich nicht beabsichtigt. Ich habe einen photojournalistischen Hintergrund, deswegen war dieses Thema „Sonne“ für mich etwas total Offenes. Diese Freiheit war auch ein schöner Kontrast zu den vielen eher traurigen Themen heutzutage. Mein Ziel war, mich davon zu lösen und etwas ganz Freies zu probieren und damit zu spielen.

War das eine Idee, die Sie sofort gesehen haben? Oder haben Sie überlegt,wie Sie die Umsetzung machen und dann mal das eine verworfen und das andere?
Ich glaube, die waren alle ganz nervös bei mir, weil ich das irgendwie total schwierig finde, von vornherein, bei mir zuhause, das Bild schon im Kopf zu haben und deshalb in unseren Videokonferenzen immer nichts gesagt habe. Am Ende waren alle doch sehr glücklich über das Ergebnis, aber für mich ist entsteht in meiner Arbeit eben immer ganz viel im Prozess. Also was passiert, wenn man dann wirklich vor Ort ist? Ich bin zum Beispiel in Saragossa zufällig in diesen Textilladen und habe diesen langen Stoff gefunden und mit dem Experimentieren haben sich dann die Ideen entwickelt. Ich hatte zwar schon eine Idee, etwas mit Textilien zu inszenieren, aber am Ende finde ich trotzdem einen anderen Weg, als man ihn im Vorhinein beschreibt.

Und welches ist Ihr Lieblingsthema in der Fotografie, wo Sie sich besonders wohl fühlen?
Für mich ist dies immer alles, was sich um den Menschen dreht. Also hauptsächlich die Dokumentarfotografie, mit der ich die realen Lebenswelten zeigen kann.
Aber manchmal möchte ich auch andere Möglichkeiten ausprobieren.

Wie empfinden Sie das ganze hier im Raum, auch in Zusammenspiel mit den anderen Fotografinnen und Fotografen?
Ich finde es super schön, dass dieser ganze Raum so kuratiert ist, daß es so hell ist, die Bilder aber trotzdem jeweils ihren eigenen Raum einnehmen. Hier zeigt es für mich auch ganz eindrucksvoll, wie unterschiedlich jede Fotografin und jeder Fotograf ist, und wie unterschiedlich sie oder er das Thema und dem Blick auf die Welt wahrnimmt. Ja, ich finde es zeigt irgendwie ganz gut, was für unterschiedliche Persönlichkeiten unter dem Magnum-Dach vereint sind – aus verschiedenen Generationen und mit verschiedenen Hintergründen wie zum Beispiel Lindokuhle Sobekwa aus Südafrika, oder Steve McCurry, dann Cristina de Middel, die vielleicht die Experimentierfreudigste von uns allen ist, die total mit der Realität spielt.

Und habt ihr euch alle heute hier das erste Mal gesehen?
Nein, wir kennen uns alle schon und treffen uns mindestens einmal im Jahr, deswegen ist es hier auch so ein bisschen wie ein Familientreffen. Wir haben ansonsten einige Retreats zusammen, wie das AGM / Annual General Meeting, also das Jahrestreffen.

Was war der Grundstein, warum Sie in die Fotografie gegangen sind?
Mein Interesse für die Fotografie begann etwa, als ich zwölf Jahre alt war. Meine Eltern hatten zuhause immer Geo-Magazine wie „National Geographics”. Und ich glaube, das hat mich damals immer so begeistert, diese ganzen verschiedenen Reportagen aus aller Welt zu sehen. Fasziniert hat mich auch, verschiedene Gesichter zu sehen. Menschen aus aller Welt. Ich kann mich zum Beispiel noch an die Porträts von Steve McCurry erinnern. Und da hatte ich mir vorgenommen, wenn ich irgendwann einmal so weit wäre, auch eine Reportage in dieser journalistischen Richtung zu machen.

Werden Sie das aktuelle Thema weiter in Ihren Arbeiten aufgreifen? Spielt die Sonne in Ihren Fotos vielleicht zukünftig eine andere Rolle?
Vielleicht wird das bei zukünftigen freieren Projekten der Fall sein. Mit Licht lässt sich die Bildstimmung ja beeinflussen. Also zum Beispiel hier mit diesem warmen Licht schafft man eine bestimmte Stimmung. Wenn man ein ernsteres Thema hat, merke ich bei mir selbst, dass ich ganz oft bewölkten Himmel haben möchte, irgendwie so ein schönes, helles Licht. Also ich glaube irgendwie, dass man als Fotograf trotzdem auch immer nie ganz objektiv ist, sondern einen Teil von seinem Fühlen projiziert.

27.05.2024