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Schock Therapie – keine Angst vor Phobien

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Der Alltag ist voller Schrecken. Manchmal lösen sogar kleine Spinnen oder fröhliche Clowns Panik aus. FLAIR erläutert Zehn häuftige Phobien – und wie man sie wieder loswird ...

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Schock Therapie – keine Angst vor Phobien

1. Autofahr-Angst (Amaxophobie)

Allein in Deutschland, so schätzt der ADAC, fahren rund eine Millionen Menschen trotz gültigem Führerschein nicht mehr Auto – die meisten von ihnen sind Frauen. Die Gründe, warum sie sich nicht mehr hinters Lenkrad trauen, reichen von schlechten Fahrlehrern über panikschürende Partner als Beifahrer
bis zu Unfällen. Schon kleine Blechschäden oder auch nur Beinahe-Crashs können völlige Verweigerung auslösen. Einige Fahrschulen wie zum Beispiel „Schaffen Wir“ in Berlin (www.schaffenwir.de) haben sich auf Angsthasen am Steuer spezialisiert, die dem Verkehr behutsam und durch viel gutes Zureden
wieder näher gebracht werden.

2. Spinnenangst (Arachnophobie)

Die wenigsten Menschen können von sich behaupten, dass sie Spinnen zum Kuscheln gern haben. Doch ein wenig Ekel ist noch keine Phobie. Erst wenn man sich nicht mehr in den Keller traut oder die Wohnung verlassen muss, wenn sich ein stecknadelgroßer Achtbeiner von der Decke abseilt, hat man es mit einer krankhaften Angst zu tun. Beim Therapeuten kann die Behandlung vom bloßen Visualisieren über das Betrachten von Fotos bis hin zur Berührung einer Vogelspinne führen. Ein neues Verfahren wird an der Universität Würzburg getestet: Bei der Therapie im virtuellen Raum werden Phobiker mit computergenerierten Spinnen konfrontiert. Die Erfolgschancen sind in etwa gleich groß wie in der Realität.

3. Höhenangst (Akrophobie)

Schwindel ist eine gesunde Reaktion, die auftritt, sobald eine zu große Entfernung zwischen den Augen und dem nächsten festen Objekt entsteht und dadurch die Körperhaltung instabil wird und die Sturzgefahr sich erhöht. Wer sich allerdings nicht einmal mehr auf eine Leiter stellen oder über eine Brücke
laufen kann, ohne dabei Herzrasen zu bekommen, braucht Hilfe. Auch Johann Wolfgang von Goethe litt unter Höhenangst. Trotzdem – oder gerade deshalb – stieg er immer wieder auf hohe Gebäude und Kirchtürme und harrte dort so lange aus, bis die Angst wieder nachließ. Dasselbe würde er heute im
Rahmen einer Verhaltenstherapie machen.

4. Angst vor engen Räumen (Klaustrophobie)

Weil sie Angst haben, nicht flüchten zu können, zu ersticken und keine Kontrolle darüber zu haben, was mit ihnen passiert, meiden Klaustrophobiker Aufzüge, Flugzeuge, Bahnabteile, volle Kaufhäuser und kleine Kinosäle. In extremen Fällen führt bereits eine geschlossene Tür zur Panikattacke. Der Ausweg aus der Enge: sich unter professioneller Anleitung immer wieder
mit den Orten des persönlichen Grauens konfrontieren.

5. Flugangst (Aviophobie)

Wer unter Flugangst leidet, kann keinen Flieger besteigen, ohne dass die Stresshormone Adrenalin und Cortisol den Körper überfluten, die Hände feucht werden und die Atmung schneller und flacher wird. Dabei müssen Aviophobiker nicht unbedingt heftige Turbulenzen oder einen Beinahe-Absturz erlebt haben. Auch Personen, die noch nie geflogen sind, können Ängste entwickeln. Und manch einer ist schon hundert Mal fröhlich über den Wolken unterwegs gewesen, doch beim 101. Flug will er nur noch eines: sofort raus aus der Maschine. Hilfe versprechen Seminare wie „Entspannt Fliegen“ (www.flugangst.de) oder „Gemeinsam gegen Flugangst“(www.flugangstseminar.com). Zu den ein- bis zweitägigen Kursen gehören meist das Erlernen von Entspannungs- und Atemübungen, der Vortrag eines Piloten und betreute Flüge.

Weitere 5 Angstarten finden Sie in der Novemberausgabe von Flair. Hier können Sie sich das E-Paper zum halben Preis herunterladen

13.11.2013